Stanzen von Nichtmetallen

Unter Stanzen versteht man die Fertigung von verschiedenen Werkstoffen mit Schneidwerkzeug und einer Presse.
Gestanzt werden können unter anderem Textilien, Pappe, Blech oder ähnliches.

Hochleistungsstanzen ist das Verformen, Nieten, Schweißen oder Bördeln.

Das periodische Stanzen um komplexe Blechteile auszuschneiden nennt man Nibbeln.

Die Innenform des Stempels, so heißt das Oberteil der Stanze, hat an der Unterseite eine Öffnung und gleicht einem Locher.
Bei dem Stanzen von ebenen Unterlagen besteht der Stempel aus einem dementsprechenden geschlossenen und geformten Stanzmesser.

Das Stanzen von Nichtmetallen wurde erstmals bei der Schuhproduktion mit dem Lederstanzen angewandt. Dazu wurden Federstahlbänder, die scharf angeschliffen waren, um eine passende Holzform gelegt und so wurde das Leder genagelt bzw. vernietet. Später wurde gehärteter Kohlenstoffstahl, der geschliffen und kaltgewalzt war, verwendet. Dieser Stahl wurde nach Schablonen gebogen und dann verschweißt. Zudem kamen lange Zeit geschmiedete Messer für die Herstellung von Schuhsohlen zum Einsatz.

Später wurde der Bandstahlschnitt entwickelt. Hierfür werden Bänder aus Kohlenstoffstahl gebogen, die dann in Schlitze von Sperrholzplatten eingesetzt werden. Diese Schlitze können mit Gummi gefüllt sein, um das Auswerfen zu ermöglichen. Laser oder Dekupiersägen arbeiten die Schlitze zwischen den Schneidlinien ein.

Eine Störung des Stanzablaufs kann das Hochkommen von Stanzbutzen sein.
Dies sind kleine Abfallstücke die während des Stanzprozesses vom Schneidstempel aus dem Butzenkanal hochkommen. Je höher die Stanzgeschwindigkeit ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Stanzbutzen.
Mögliche Ursachen können sein:
- Eine ungünstige Zuführung zum Abfallbehälter
- Eine Magnetwirkung im Material oder im Werkzeug
- Eine Gratbildung durch Werkzeugverschleiß am Butzen
- Dickflüssiges, verharztes Schmiermittel
- Das Anhaften des Butzen am Stempel
- Ein zu großer Schneidspalt
Oft bleiben die Stanzbutzen dann im Werkzeug liegen und bringen Produkt- und Werkzeugschäden und Prozessstörungen mit sich.
Man kann diese vermeiden durch zum Beispiel:
- Das Vorprägen einer kleinen Warze
- Anbringen von Haltekrallen in der Matrize (Werkzeugunterteil)
- Anschleifen der Stempelfläche